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Rebalancing – lohnt es sich?

Drei konkrete Erkenntnisse, die Sie kennen sollten

Wie überall im Leben, ist es ein Vorteil, wenn die Dinge im Lot sind. Das gilt auch für Ihr Portfolio. In diesem Zusammenhang hat sich ein Begriff aus dem Englischen bei uns etabliert: das Rebalancing. Wenn man nach einer deutschen Übersetzung sucht, findet sich der Begriff "Neugewichtung". Dieser ist allerdings nicht treffgenau oder sogar falsch. Denn beim Rebalancing geht es nicht darum, sein Portfolio "neu" zu gewichten, es geht vielmehr darum, dass Portfolio in die ursprüngliche Gewichtung zurückzuführen. Wenn schon sollte es "Ursprungsgewichtung" heissen. Wir bleiben aber beim geläufigen Rebalancing.

Um was geht es konkret?

Stellen wir uns vor, Sie investieren von 10'000 Franken die Hälfte in Aktien, die andere Hälfte belassen Sie im Cash. Ihre Gewichtung der Anlageklassen (Asset Allocation) beträgt also 50% Aktien und 50% Cash. Jetzt nehmen wir an, wir erleben ein sehr gutes Aktienjahr mit einem Wertzuwachs von 30%. Ihre Aktien, die ursprünglichen 5'000 Franken wert waren, sind jetzt 6'500 Franken wert. Zusammen mit Ihrem unveränderten Cash haben Sie nun ein Gesamtvermögen von 11'500 Franken. Aufgeteilt auf die Asset Allocation ist das Gewicht von Aktien nun 56.5% (6'500 von 11'500) und Cash 43.5%. Diese Aufteilung entspricht nicht mehr derjenigen, die Sie anfangs für sich definiert haben, nämlich halbe-halbe.

Wenn Sie nun Ihr Portfolio in die ursprüngliche Gewichtung zurückführen, nennt sich dies Rebalancing. In unserem Beispiel haben Sie nun insgesamt ein Vermögen von 11'500 Franken und die Hälfte davon sind 5'750 Franken. Mit einem Rebalancing würden Sie dementsprechend Aktien im Wert von 750 Franken verkaufen (6'500 – 5'750). Dann beträgt Ihr Aktienanteil neu 5'750 Franken und auch Ihr Cashanteil beträgt neu 5'750 Franken (5'000 + 750). Ihr Portfolio ist dank dem Rebalancing wieder in dem von Ihnen zu Beginn definierten Gleichgewicht.

 

Abb. 1: Ein Rebalancing führt Ihr Portfolio wieder in die ursprüngliche Gewichtung der Anlageklassen (Asset Allocation) zurück.
Abb. 1: Ein Rebalancing führt Ihr Portfolio wieder in die ursprüngliche Gewichtung der Anlageklassen (Asset Allocation) zurück.

 

Das Problem: ungewollt mehr Risiko

Wenn Sie unser Fallbeispiel auf einen längeren Zeitraum anwenden, wird schnell klar, wo das Problem liegt. Ihre Aktienquote steigt über die Zeit und tendiert in steigenden Aktienmärkten zu einer immer höheren Aktienquote. Wenn wir eine realistische, durchschnittliche Rendite für Aktien von 8 Prozent als Basis nehmen und Sie über 10 Jahre Ihr Portfolio nicht "rebalancen" haben Sie am Schluss eine Aktienquote von knapp 70%! 

Wenn man die Rendite betrachtet, muss man auch immer das Gegenstück einbeziehen, nämlich das Risiko. Während Cash risikolos ist, unterliegen Aktien mehr oder weniger starken Kursschwankungen und immer wieder kann es zu Börsencrashs kommen. Mit einer 70% Aktienquote fahren Sie ein deutlich höheres Risiko wie mit den 50% Aktien, die Sie ursprünglich für sich definiert haben.

Das Problem, wenn man kein regelmässiges Rebalancing macht, liegt in der ungenügenden Risikodisziplin. Es ist wahrscheinlich, dass Ihr Portfolio über die Zeit ein deutlich höheres Risikolevel erreicht, als es in Ihrem Sinn ist. Das kann zu bösen Überraschungen führen.

Erkenntnis 1: Mit einem regelmässigen Rebalancing kontrollieren Sie Ihr Risiko (Risikodisziplin).

 

Mit Rebalancing zu mehr Rendite?

 Mit einem regelmässigen Rebalancing kontrollieren Sie Ihr Anlagerisiko (siehe Erkenntnis 1). Diese positive Wirkung auf die Anlage- und Riskodisziplin ist auch in der Wissenschaft unbestritten und gilt in jedem Fall.

Etwas anders sieht es aus, wenn wir der Frage nachgehen, ob ein regelmässiges Rebalancing auch einen positiven Einfluss auf die Rendite hat? Es gibt hierzu verschiedene Studien, und wie immer in solchen Dingen, muss man vorsichtig sein, beim Interpretieren.

Wir haben unter Tabelle 1 eine Auswahl zusammengestellt. Jede Studie unterscheidet sich im Anlageuniversum, in der Periodizität der Rebalancings und im Beobachtungszeitraum.

Tabelle 1: Übersicht diverser Studien zum Rebalancing
Tabelle 1: Übersicht diverser Studien zum Rebalancing

 

Viele Studien kommen zum Schluss, dass ein regelmässiges Rebalancing rund ein halbes Prozent Zusatzrendite bringt, pro Jahr. Es gibt hierfür ein nachvollziehbares Argument. Mit einem Rebalancing wird ein Teil derjenigen Anlageklassen verkauft, die eine (relativ) bessere Wertentwicklung verzeichneten, also an Wert gewonnen haben. Umgekehrt werden Anlageklassen dazugekauft, die sich unterdurchschnittlich entwickelt haben. Konkret verkaufen wir, was teurer wurde und kaufen, was günstiger wurde. Damit handeln wir gegen den Trend oder antizyklisch, wie Profis sagen. Das macht Sinn.

Es gibt aber auch ein nachvollziehbares Argument, dass gegen höhere Renditen spricht. Historisch gesehen weisen Aktien langfristig eine höhere Rendite aus als Obligationen. Dies führt automatisch dazu, dass der Anteil Aktien im Portfolio kontinuierlich zunimmt. Weil Aktien stärker an Wert zunehmen, ist es in der Folge logisch, dass ein Rebalancing zwangsläufig zu einer tieferen Rendite führt, weil ja dann Aktien zu Gunsten von Obligationen verkauf würden. Allerdings erhöht sich das Risiko ebenso. Das ist einer der Gründe, warum die Vanguard-Studie (vgl. Tabelle 1) zu einem negativen Resultat gekommen ist.

Erkenntnis 2: Mit einem regelmässigen Rebalancing besteht aufgrund des antizyklischen Handelns eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihre absolute Rendite erhöhen. Auf jeden Fall verbessern Sie Ihre risikoadjustierte Rendite.

Fazit: Rebalancing ja, aber bitte clever!

 Zusammenfassend können wir festhalten. Mit einem regelmässigen Rebalancing kontrollieren Sie Ihr Anlagerisiko und erhöhen Ihre risikoadjustierte Rendite.

 Um das Rebalancing aber abschliessend beurteilen zu können, fehlt noch ein wichtiger Aspekt: die Kosten. Normalerweise sind Rebalancings aufwändig und teuer, weil die Transaktionen berechnet und ausgeführt werden müssen. Bei clevercircles ist dies nicht der Fall. Clevercircles bietet seinen Kunden während der Umschichtungsphase alle zwei Monate die Möglichkeit, kostenlos ein Rebalancing durchzuführen. Der Kunde kann dabei einzelne Positionen individuell anpassen (taktische Umschichtung), wenn dies gewünscht ist. Das kann beispielsweise Sinn machen, wenn man eine negative Erwartung für eine bestimmte Anlageklasse hat. Alle damit verbundenen Transaktionen sind kostenlos und das Rechnen entfällt ebenfalls, der erledigt clevercircles.

Erkenntnis 3: Ein regelmässiges Rebalancing ist sinnvoll. Dies gilt aber nur dann, wenn keine zusätzlichen Kosten anfallen.

Abb 2. Bei clevercircles fallen keine Kosten für ein Rebalancing an, deshalb empfehlen wir, Ihr Portfolio regelmässig mit einem Rebalancing ins Gleichgeweicht zu bringen. Etwas erfahrenere Anleger nutzen zudem die Möglichkeit zum individuellen, taktischen Umschichten. Auch diese Funktion ist ohne Kostenfolge für clevercircles-Kunden.
Abb 2. Bei clevercircles fallen keine Kosten für ein Rebalancing an, deshalb empfehlen wir, Ihr Portfolio regelmässig mit einem Rebalancing ins Gleichgeweicht zu bringen. Etwas erfahrenere Anleger nutzen zudem die Möglichkeit zum individuellen, taktischen Umschichten. Auch diese Funktion ist ohne Kostenfolge für clevercircles-Kunden.

 

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