Nadja will's wissen

Interview mit René Bachmann, Leiter Devisenhandel bei der Bank CIC

Wir haben den Leiter Devisenhandel der Bank CIC, René Bachmann, gefragt, wie er die Entwicklung des US-Dollars und des Euros einschätzt und wie wichtig die Absicherung von Fremdwährungsrisiken für Schweizer Anleger ist. Ausserdem interessierte uns seine Meinung zum Bitcoin.

René Bachmann, Head Foreign Exchange bei der Bank CIC
René Bachmann, Head Foreign Exchange bei der Bank CIC

 

Besitzt man in der Schweiz ein diversifiziertes Portfolio, so ist man schnell in Fremdwährungen investiert, denn der Schweizer Markt ist limitiert.

Vor allem der Euro und der US Dollar sind die Währungen, in die in der Schweiz, nebst dem Schweizer Franken, am häufigsten investiert wird. Was heisst das für Schweizer Anleger?

"Fremdwährungen, oder Währungen generell, können die Performance eines Portfolios ziemlich verhageln " ,sagt René Bachmann. Er fügt an: " Natürlich ist es immer eine Frage der Grösse, wieviel einer bestimmten Währung man besitzt. Der Prozentsatz ist entscheidend. "

Das Jahr 2020 war auch im Devisenmarkt eine Achterbahnfahrt. So verlor der US Dollar vom Höchst- zum Tiefstkurs 12.6% und beendete das Jahr mit einer Negativperformance von 8.75% gegenüber dem Schweizer Franken. Die Währungsabsicherung spielt in solchen Momenten eine zentrale Rolle.

"Währungen sollten konsequent abgesichert werden, erst recht in unsicheren Zeiten. So kann das Risiko erheblich eingedämmt werden. Der Devisenmarkt dürfte auch in diesem Jahr von einer hohen Volatilität geprägt sein. " meint René Bachmann.

Was genau bedeutet das? Wie wird sich der US Dollar nach der Meinung von René Bachmann entwickeln?

"Beim US Dollar sind mittel- bis langfristig Kurse unter 70 Rappen realistisch. Das riesige Zwillingsdefizit (Haushalts- und Leistungsbilanzdefizit), welches durch die enormen Corona-Hilfspakete nochmals massiv gestiegen ist, ist der Hauptgrund dafür. Ein grosser Teil des Geldes dieser Hilfe landet direkt bei den US Bürgern. Somit müssen wir davon ausgehen, dass sich irgendwann die Inflation bemerkbar macht. Dies zeigt sich bereits in den langfristigen Inflationserwartungen, welche die Renditen der langfristen US-Treasury-Bonds anziehen liess. Da aber die FED gemäss ihrer Forward-Guidance die Zinsen bei steigender Inflation nicht sofort anheben wird, bedeutet dies weiterhin fallende Realzinsen, was dem U.S. Dollar schaden wird. Im aktuellen (Corona-) Umfeld sieht es aber nach dem extremen USD-Verfall der letzten Monate so aus, als dass zuerst eine kurzfristige Erholung Richtung 0.9200 möglich ist. "

Wie sieht es mit der Entwicklung des Euros im neuen Jahr aus?

"Die Handelsspanne des Euros sehe ich stabil zwischen CHF 1.05 und CHF 1.09, sofern keine externen Schocks Einfluss nehmen. Auch im Euroraum fliessen die Coronahilfsgelder grösstenteils direkt zu den Bürgern. Man rechnet mit einer bis zu 30% höheren Sparquote als vor Corona. Dieser aufgezwungene Konsumstau wird sich voraussichtlich in diesem Jahr entladen und es wird sich dann eine "Risk-On"- Phase einstellen. Eine solche Phase nimmt dem CHF den Aufwärtsdruck, was dem Euro zu leicht höheren Notierungen verhelfen kann. "

Was heisst das nun für die clevercircles Kunden? Bei clevercircles kann die Währungsabsicherung alle zwei Monate im Zuge der Umschichtung definiert werden.

"Alle zwei Monate die Gelegenheit zur Absicherung der Währungen US Dollar und Euro zu haben, reicht für Privatpersonen vollkommen aus" sagt René Bachmann. "Unternehmen sichern teilweise sogar nur einmal im Jahr ihre Währungsengagements ab. "

Lesen Sie hier, was man über das Fremdwährungsrisiko wissen muss und wie clevercircles einen Lösungsansatz anbietet, der es erstmals auch Privatanlegern erlaubt, professionell und flexibel damit umzugehen.

Und was denkt René Bachmann über den Bitcoin? Sollte diese Währung auch in einem Portfolio vertreten sein?

"Der Bitcoin sowie Cryptoassets sind per Definition keine Währungen, da sie nicht vom Staat herausgegeben sind. Wahrscheinlich werden sie nur aus Bequemlichkeit so genannt ", sagt René Bachmann und fügt an: " Obwohl Bitcoin keine Währung im klassischen Sinne ist, hat er dennoch viele Eigenschaften von klassischem Geld, wie wir es kennen. Man kann es tauschen, sparen, erwerben und investieren. "

In der Bankenwelt sei die Aufbewahrung ein grosses Thema. Hier kann ein Finanzinstitut helfen. Kryptowährungen, wie der Bitcoin, seien erfunden worden, um eine Alternative zum existierenden Schuldensystem (Fiatgeld) zu offerieren (Einführung des Bitcoins fand im Jahr 2008 nach dem Lehman-Crash statt). Früher konnte man "Kryptowährungen" nur über unregulierte Kryptobörsen handeln, heutzutage ist dies über regulierte Börsen und Banken möglich, wobei Banken lediglich als Broker dienen und nicht als Handelsplatz.

René Bachmann sieht aktuell noch keinen Platz für Bitcoin und Co. in einem "klassischen", diversifizierten Portfolio für Privatanlager.

"Das ist eine Hochrisikoanlage, dessen innerer Wert der Stromverbrauch ist. Die Herstellung und Nutzung verbraucht eine schier unvorstellbare Menge Energie (da stellt sich die Frage der Energiequelle). Crypto-"Währungen" sind geprägt von grossen Kursschwankungen – sprich Volatilität (was im Grundsatz nicht zwingend schlecht ist). Solch grosse Schwankungen zeugen von sehr ineffizienten Märkten, oder von einer Anlageklasse in der Entstehung, weshalb ich "noch" die Finger davonlassen würde. "

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