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Angst und Panik: Der beste Moment für Zukäufe. Hier der historische Beweis.

Die wichtigen Schweizer Aktienindizes haben seit Anfang Jahr mehr als 20 Prozent verloren. Die bekannten und die befürchteten Auswirkungen des Coronavirus lähmen die globale Wirtschaft. Unterbrochene Lieferketten sorgen für fehlende Angebote und gleichzeitig führt die Isolation der Menschen zu einem massiven Nachfrageschock. Das wird zwangsweise zu einer Rezession führen, da sind sich alle einig. Offen ist die Frage, wie heftig sie ausfallen wird und wie lange es gehen wird, diese zu überwinden. Aus einer langfristigen Anlegersicht ist diese Frage nicht entscheidend, denn die Unsicherheit ist jeweils schon in den tieferen Kursen "eingepreist". Erfahren Sie in diesem Blogbeitrag, wie uns Angst und Panik zu Fehlentscheiden führen und was uns die Vergangenheit lehrt. Daraus leiten sich klare Empfehlungen ab, die eigentlich sehr einfach sind. Wenn nur die Psyche nicht wäre…

Typische Anlegerfehler. Wir Menschen neigen dazu beim Anlegen immer wieder die gleichen Fehler zu begehen. In Abbildung 1 ist das typische Handlungsmuster dargestellt. Manch ein Privatanleger tappt in einer Phase fallender Kurse in die Falle des Verkaufs zum ungünstigsten Zeitpunkt. Das ist so ziemlich das Schlechteste, was man machen kann. Niemand weiss, wie lange und wie stark ein Bärenmarkt (mehr als 20 Prozent Minus) andauert. Aber: Auf jede Kurskorrektur folgt eine Erholung und wer vor der Erholung verkauft, realisiert seine Buchverluste und verpasst die steigenden Kurse danach auf sicher.

Seit 1926 hat der Schweizer Aktienmarkt fünf Bärenphasen erlebt, zwei davon mit zwei aufeinanderfolgenden Bärenjahren. Am Beispiel unseres Heimmarktes zeigen wir nachfolgend auf, dass man nach jedem noch so ausgeprägten Bärenjahr nach 5-6 Jahren wieder auf eine im Schnitt anständige positive Gesamtrendite kam. Und nicht nur das: Wer Bärenmärkte konsequent für Folgeinvestitionen genutzt hat, konnte seine Performance massiv steigern.

Abb1: Der typische Privatanleger trifft aufgrund von Empfindungen zentrale Fehlentscheide. Diese häufig in ähnlicher Form verwendete Darstellung hilft einem dabei, sein eigenes Verhalten zu prüfen.
Abb1: Der typische Privatanleger trifft aufgrund von Empfindungen zentrale Fehlentscheide. Diese häufig in ähnlicher Form verwendete Darstellung hilft einem dabei, sein eigenes Verhalten zu prüfen.

 

Ein Blick in die Schweizer Aktiengeschichte

Hohe Aktienperformance. Wer 1926 (Beginn der Datenreihe*) in den Schweizer Aktienmarkt investiert hat, vermehrte sein Geld bis heute durchschnittlich mit einer Jahresrendite von 7.87%. In den letzten 40 bzw. 30 Jahren lag die Jahresrendite sogar noch höher bei 9.04% bzw. 8.52%.

Wenige Bärenmärkte. Von den 94 Kalenderjahren seit 1926 haben 28 mit einer negativen Aktienperformance abgeschlossen, also knapp ein Drittel. Nur sieben Kalenderjahre endeten mit einer Performance unter -20%. Diese Jahre bezeichnen wir als "Bärenphasen". Die Bärenphasen traten nicht isoliert auf, sondern immer als Teil einer globalen Krise, wie es aktuell auch die Coronakrise ist (siehe Abb. 2).

Abb.2 Die fünf Bärenphasen seit 1926 mit mindestens einem Kalenderjahr mit einer Aktienperformance von unter -20% .
Abb.2 Die fünf Bärenphasen seit 1926 mit mindestens einem Kalenderjahr mit einer Aktienperformance von unter -20% .

 

Nach sechs Jahren immer im Plus. Selbst nach mehrjährigen Bärenphasen wie während der Ölkrise in den 70er-Jahren oder nach dem Platzen der Technologieblase anfangs dieses Jahrhunderts, lag die Aktienperformance fünf Jahre danach wieder im Plus. Wie Abbildung 3 zeigt, lag dieses Plus zum Teil knapp über Null wie nach der Ölkrise (1973-1979) oder bei einem Spitzenwert von 85% nach dem Black Monday (1987-1993). Im Schnitt erzielte ein passiver Investor mit Schweizer Aktien in einer 7-Jahresperiode, gezählt ab dem ersten Bärenjahr (Vgl. Abb. 4), eine durchschnittliche Jahresrendite von 3.73%.

Wer nach Börsenkorrekturen investiert, verdient (viel) mehr Rendite. In Abbildung 3 zeigen wir, wie sich die Performance eines Depots mit Schweizer Aktien entwickelt hätte, wenn man die Bärenjahre für Folgeinvestitionen genutzt hätte. Gelb zeigt die Performance unter der Annahme, dass man jeweils am Ende eines Bärenjahres 10 Prozent seiner ursprünglichen Investitionen zusätzlich als Folgeinvestitionen investiert hätte. Der rote Balken zeigt die Entwicklung, wenn man die Hälfte seines Investments nach-investiert hätte.

Abb3. 7-Jahresrenditen im Vergleich
Abb3. 7-Jahresrenditen im Vergleich

 

Ein Lesebeispiel: Hätten Sie Anfang 2001 (also noch vor dem Crash) einen Betrag von CHF 100'000 in Schweizer Aktien investiert, würden Sie sieben Jahre später, trotz der starken Börsenkorrektur in den Jahren 2001 und 2002, ein Depot im Wert von CHF 123'207 besitzen. Wenn Sie die beiden Bärenjahre dazu genutzt hätten, jeweils eine Folgeinvestition von 50 Prozent des initialen Anlagebetrags zu tätigen (also je CHF 50'000), läge der Depotwert per Ende 2007 bei CHF 308'914. Dies entspricht einer Gesamtrendite von etwa 54%, welche deutlich höher ist, als die Rendite ohne Folgeinvestitionen (23%).

 

Fazit: Bleiben Sie cool und nutzen Sie die Chance

Kurskorrekturen, auch starke, gehören zum Geschäft. Aus Sicht eines langfristigen Anlegers sind Bärenmärkte ein idealer Zeitpunkt um zu investieren. Es macht keinen Sinn, das perfekte Timing zu suchen. Sie werden es nicht schaffen, dafür aber werden Sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit die Phase verpassen, günstig zu investieren bzw. nachzukaufen. Schweizer Aktien sind gegenwärtig 20% günstiger als zum Jahresbeginn und rund 30% günstiger als zum Jahreshöchst im Januar. Das ist ein Fakt.

Hier unsere Tipps für alle langfristig orientierten Anleger, die mit Disziplin und Geduld eine gute Performance erreichen möchten.

 

  1. Investieren Sie jetzt und investieren Sie langfristig.

 

  1. Staffeln Sie Ihre (Folge-)Investitionen. Investieren Sie nicht alles auf einmal, teilen Sie Ihre Anlagen auf mehrere Tranchen auf. Alle Investitionsläufe sind bei clevercircles kostenlos.

 

  1. Investieren Sie mit einem Sparplan. Eröffnen Sie ein clevercircles-Depot und richten Sie bei Ihrer Hausbank einen Dauerauftrag ein (min. CHF 100 monatlich). Sie bleiben flexibel und können den Dauerauftrag jederzeit anpassen oder auch abstellen.

 

Abb4. Aktienperformance der Kalenderjahre nach einer Bärenphase
Abb4. Aktienperformance der Kalenderjahre nach einer Bärenphase

 

 

Quelle: Studie von Pictet & Cie; "Die Performance von Aktien und Obligationen in der Schweiz".

*Ab 1992 wird der Swiss Performance Index inkl. Dividenden verwendet (SPI). Davor werden andere Datenreihen bzw. Indizes verwendet. Alle Performancezahlen sind nominal und in Schweizer Franken.


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